Stabi-Training für Kanuslalom? Wozu?

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Ein Bild sagt mehr … trotzdem hier eine knappe Begründung:Im Kanu-Slalom verbleibt das Becken in fester Verbindung zum Boot. Damit bildet der Rumpf einen wesentlichen Teil des Widerlagers. Die Stärkung der Widerlagerfunktion ermöglicht es, die aus der Rumpf- und Armbewegung erzeugte Kraft über Muskelschlingen auf Paddel und Boot (vortriebswirksam) zu übertragen oder eine hohe Kippstabilität zu erreichen.

Während die offensichtlichen Rumpfmuskeln zumeist durch Oberkörperdrehübungen auf verschiedenen Ebenen trainiert werden, können die Muskeln zur Stabilisation nicht durch die üblichen Gelenkbewegungen erreicht werden, da es ihre Aufgabe ist, unerwünschte Bewegungen von Gelenken durch Festigung zu mindern. Sie lassen sich deshalb nicht direkt ansprechen, sondern müssen „herausgefordert“ werden. Daher gestaltet sich das Training mittels vieler kleiner, abgestimmter und niedriger Reize, ohne vordergründige Bewegung in den Gelenksegmenten und ohne offensichtliche „Außenwirkung“.

Erreicht wird dieses Ziel, indem die Stabilisatoren gestresst werden, die ihrerseits versuchen ein „Ausbrechen“ der Gelenkverbindungen zu verhindern. Dazu bieten sich besonders Übungen auf instabilen Untergründen oder an frei beweglichen Geräten an (Balance-Pad, Bälle, Slingtrainer, Slackline). Aber: ganz klar, Kanuslalom ist von Natur aus Stabitraining. D.h.: Wildwassertraining ist durch nichts zu ersetzen. Trotzdem hat Stabitraining an Land eine ergänzende Wirkung und bringt Abwechslung in den Trainingsaltag.

Fotografin: Sylvia Horn

Abbildung: Alexander Funk

Text: Thorsten Funk