WM-Bronze für Elena Apel

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Augsburgerin holt einzige Einzelmedaille

Es war eine lange Durststrecke auf dem Weg zwischen dem guten Abschneiden bei den Mannschaftsrennen und der erhofften Einzelmedaille bei dieser Nachwuchs-WM. Es dauerte tatsächlich bis zum vorletzten Rennen, um doch noch einmal die deutsche Fahne bei der Siegerehrung zu sehen.

Gestern noch musste Elena Apel (KSA Augsburg) die Enttäuschung im Kajak-Finale erst einmal verarbeiten, als der Sieg mit deutlichem Abstand zum Greifen nahe war, sie jedoch an den scharfen Augen der Kampfrichter und einer Unaufmerksamkeit im unteren Streckenteil beim Passieren eines Abwärtstores scheiterte. Heute dagegen gab es kein Halten mehr für die 22-jährige, als die Bronzemedaille feststand. Dabei musst sie nach ihrem Lauf noch einige bange Minuten aushalten: „Das wird ein ganz knappes Ding!“ sagte sie im Ziel an ein Geländer festgekrallt – nicht so richtig wissend, ob sie auf die Anzeigetafel für die nächsten Starterinnen schauen soll oder lieber doch nicht. Die Slowakin Emanuela Luknarova hatte bereits eine Zeit von 101,43 Sekunden vorgelegt – Apel lag trotz fehlerfreiem Lauf nur hauchdünne 0,17 Sekunden dahinter. Da aber noch 4 weitere international erfolgreiche Sportlerinnen folgten, war der zweite Platz auf der Anzeigetafel zu diesem Zeitpunkt noch nichts wert. Doch letztlich schaffte es nur Eine, noch an den beiden vorbeizuziehen. Bethan Forrow (GBR) leistete sich sogar eine Torstabberührung und somit zwei Strafsekunden und kam mit einer Gesamtzeit von 100,62 Sekunden ins Ziel. Dies konnte auch die zuletzt gestartete Russin Daria Schaidurova nicht mehr unterbieten, sodass Apels Zitterpartie ein Ende hatte. 

„Ich war so aufgeregt am Start, weil ich die einzige Deutsche in den Finals war. Meine Arme waren total zittrig“ musste die Doppel-Europameisterin aus 2020 zugeben. „Im Semifinale hatte ich den Lauf von gestern noch im Kopf und war gerade im unteren Abschnitt nicht gut unterwegs. Den Fehler von gestern an den Toren 16-17 wollte ich nicht noch einmal machen.“ Im Finale war davon nichts mehr zu spüren: „Ich wusste, ich muss das aus dem Kopf verdrängen und das hat dann auch funktioniert. Ich bin ganz gut in den Finallauf reingekommen, hatte ein bisschen Pech an Tor eins, als ich verzögern musste, um nicht zu berühren. Doch dann lief es eigentlich. Das war ein krass knappes Finale. Wir lagen alle innerhalb einer Sekunde. Da bin ich schon sehr zufrieden, jetzt doch noch eine Medaille mitnehmen zu dürfen.“

Bei dem Rest der deutschen Athleten wiederholte sich, was sich gestern bereits abgezeichnet hatte: Meist führten Strafpunkte durch Torstabberührungen oder die hohe Wertung durch Unsauberkeiten in der Befahrung zum Scheitern an den finalen zehn Booten. Am Vormittag schafften dies nur Lucie Krech (LKC Leipzig, Platz 6) und Paulina Pirro (KSV Bad Kreuznach, Platz 10) im Kajak Einer der Juniorinnen sowie bei den Junioren Marten Konrad (WSC Dormagen, Platz 8). 

„Nach dem sehr guten Auftakt mit fünf Medaillen in den Mannschaftswettbewerben stand das gesamte Team anschließen mit den erfolgreichen Einzelqualifiktionen in den Halbfinals dieser WM“ fasst Mannschaftsführer Michael Trummer zusammen. „Nach einer nur sehr kurzen WM-Vorbereitung und fehlenden Wildwassereinheiten in den letzten Monaten kamen einige Sportlerinnen und Sportler mit dem schwierig ausgegangenen Kurs und dem Wettkampfdruck leider nicht zurecht. Zu viele Fehler und verpasste Tore ließen so manche Finalträume platzen. Trotzdem zeigten auch die jüngsten im Team, dass sie Potential für die Zukunft besitzen. Die Bronzemedaille im letzten Finale von Elena Apel war dann noch ein guter Abschluss dieser WM.“ Jetzt heißt es, die Geschehnisse zu verarbeiten und nach vorn zu blicken: „Mit etwas Abstand muss man die Ergebnisse im Detail analysieren. Bereits in fünf Wochen stehen die europäischen Titelkämpfe auf dem Programm. Die Zeit bis dahin müssen wir konzentriert im Training und bei weiteren Wettkämpfen zur Vorbereitung nutzen.“ 

Ergebnisse Samstag:

K1w Jun: 1. LEIBFARTH Evy (USA) 93,52 (0), 2. VUITTON Emma (FRA) 98,23 (2), 3. PANKOVA Zuzana (SVK) 98,97 (2), … 6. KRECH Lucie (GER) 114,06 (2), … 10. PIRRO Paulina (GER) 153,85 (52); im Halbfinale ausgeschieden: 18. SUESS Hannah (GER) 121,53 (4)

K1m Jun: 1. CASTRYCK Titouan (FRA) 85,01 (0), 2. RUDORFER Martin (CZE) 85,82 (0), 3. LOCNIKAR Jan (SLO) +3,84 (88.85), 8. KONRAD Marten (GER) 4 (94.97); im Halbfinale ausgeschieden: 22. STANZEL Christian (GER) 98,14 (6), 33. KIES Benjamin (GER) 139,56 (52)

C1w U23: 1. FORROW Bethan (GBR) 100,62 (2), 2. LUKNAROVA Emanuela (SVK) 101,43 (0), 3. APEL Elena (GER) 101,60 (0); im Halbfinale ausgeschieden: 14. BAYN Nele (GER) 108,70 (2), … 19. JAKOB Zoe (GER) 110,46 (4)

C1m U23: 1. GESTIN Nicolas (FRA) 86,27 (0), 2. BERNARDET Jules (FRA) 87,39 (2), 3. CHALOUPKA Vaclav (CZE) 88,83 (0); im Halbfinale ausgeschieden: 20. TUCHSCHERER Lennard (GER) 96,56 (2), 21. SEUMEL Hannes (GER) 97,97 (6), 29. SEUMEL Paul (GER) 148,97 (54)

Ergebnisse Freitag:

K1w U23: 1. CHAREL Coline (FRA) 99,10 (4), 2. PRIGENT Romane (FRA) 99,24 (2), 3. SRIBAR Ria (USA) 99,42 (0), … 7. APEL Elena (GER) 143,92 (50), 9. GOSSE Nele (GER) 148,15 (52); im Halbfinale ausgeschieden: 17. HANKE Franziska (GER) 103,05 (2) 

K1m U23: 1. KREJCI Jakub (CZE) 81,89 (0), 2. DICKSON Jonny (GBR) 84,25 (0), 3. BOWERS Christopher (GBR) 84,55 (0), … 6. HEGGE Noah (GER) 87,35 (4); im Halbfinale ausgeschieden: 17. BREMER Tim (GER) 88,36 (2), … 19. STRAUSS Thomas (GER) 89,01 (0)

C1w Jun: 1. KNEBLOVA Klara (CZE) 101,59 (0), 2. KNEBLOVA Tereza (CZE) 102,18 (0), 3. LEIBFARTH Evy (USA) 107,10 (6); im Halbfinale ausgeschieden: 13. LEWANDOWSKI Zola (GER) 131,17 (6), 14. KRECH Lucie (GER) 133,19 (4), 15. PIRRO Paulina (GER) 133,67 (0)

C1m Jun: 1. BARZON Martino (ITA) 91,92 (2), 2. KRATOCHVIL Martin (CZE) 92,19 (0), 3. KRAL Adam (CZE) 93,78 (2), … 8. KIES Benjamin (GER) 144,35 (50); im Halbfinale ausgeschieden: 28. GOSSE Franz (GER) 171,76 (50), … 30. GINZEL Konrad (GER) 215,55 (110)

Ergebnisse Mannschaften:

K1w U23: 1. Frankreich (4) 101,09; 2. Slowakei (0) 104,24; 3. Deutschland (6) 106,39

K1w Jun: 1. Deutschland (0) 108,08; 2. Tschechien (8) 116,05; 3. Slowenien (6) 119,19

K1m U23: 1. Tschechien (0) 88,09; 2. Frankreich (4) 92,41; 3. Deutschland (6) 92,57

K1m Jun: 1. Slowenien (2) 95,97; 2. Tschechien (2) 96,95; 3. Frankreich (4) 97,69 … 5. Deutschland (4) 102,73

C1m U23: 1. Slowenien (2) 93,80; 2. Tschechien (0) 94,64; 3. Frankreich (4) 94,72; 4. Deutschland (0) 94,80

C1m Jun: 1. Tschechien (0) 96,80; 2. Frankreich (6) 105,33; 3. Deutschland (4) 106,21

C1w U23: 1. Tschechien (2) 112,33; 2. Frankreich (4) 114,23; 3. Slowakei (6) 118,78; … 7. Deutschland (4) 106,21

C1w Jun: 1. Tschechien (2) 110,61; 2. Deutschland (10) 129,06; 3. Slowakei (6) 138,76