Paris 2024 – Boatercross wird olympisch

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Wie Ende vergangenen Jahres bekannt wurde, wird Boatercross 2024 für Paris erstmals in das olympische Programm aufgenommen. Aktueller Weltmeister ist Stefan Hengst vom KR Hamm. 2017 wurden erstmals Weltmeisterschaften in dieser Programmdisziplin ausgetragen. Gold für Deutschland holte damals Caroline Trompeter. Sie hatte sich mit diesem ersten Titel einen Platz in der Sportgeschichte gesichert. Hengst wie Trompeter sind auch gleichzeitig erfolgreiche Kanu-Slalom-SportlerInnen. Beide Sportler durfte ich als Coach in der U23-Nationalmannschaft begleiten und freue mich deshalb besonders über das erfolgreiche Abschneiden. PS: Auch der diesjährige Olympia-Starter Hannes Aigner aus Augsburg ist begeistert von dieserm Sport und landete schon mehrfach auf dem Weltcup-Treppchen

.Abbildung: Caroline Trompeter

Fotografin: Marianne Stenglein

CSLX ist eine sehr junge Kanu-Disziplin

Canoe-Slalom-Extreme ist eine Kombination aus allen Wildwasser-Disziplinen des Kanusports, die Teilnehmer treten in handelsüblichen Creek-Booten an. Bereits der Start von einer Rampe, die sich mehr als zwei Meter über dem Wasser befindet, ist spektakulär. Bei dem Rennen gegeneinander auf dem Wildwasserkanal müssen auch Torstäbe passiert werden, flussaufwärts und -abwärts – ein wenig wie beim klassischen Kanuslalom. Allerdings ähneln die Stäbe eher Bojen, und Berührungen sind im Gegensatz zum Kanuslalom ohne Strafen erlaubt. Zudem ist es beim Boatercross Pflicht, eine Kenterrolle innerhalb eines kurzen Zeitfensters auszuführen. Wie beim Snowboard handelt es sich jeweils um K.-o.-Rennen, die zwei Sieger kommen eine Runde weiter.

Boatercross ist ein sehr körperbetonter Sport – und damit völlig ungewohnt für Slalomkanuten. Beim Kampf gegeneinander sind Behinderungen erlaubt. Jedoch gibt es Regeln, die auch aus Sicherheitsgründen eingehalten werden müssen. So haben Hände immer am Paddel zu bleiben, Bootskontakte sind erlaubt. Damit ist es möglich, ein anderes Boot abzudrängen. Verboten ist aber, die Konkurrenten und deren Boot mit Händen oder Paddel zu schieben.

Die meisten Rennen sind in etwa einer Minute vorbei, doch die Zeiten sind nicht wichtig. Boatercross ist ein sehr taktisches Rennen. Oft zahlt es sich nicht unbedingt aus, zeitig zu führen. Zudem müssen die Athleten aufpassen, nicht disqualifiziert zu werden. Möglichkeiten gibt es dabei viele: Verpassen des Starts, Verfehlen eines Torstabes, gefährliches Paddeln und die Kenterrolle nicht innerhalb des zugewiesenen Bereichs zu beenden.